Biografie

Portrait von Willi Fährmann

Am 18.Dez.1929 in Duisburg wurde Willi Fährmann in einer Arbeiterfamilie geboren. Nach dem Realschulabschluß 1946 gab es in der Stadt, die durch die zahlreichsten Fliegerangriffe von allen deutschen Städten völlig zerstört worden war, nur zwei Ausbildungsberufe, Bergmann oder Maurer. Weil Fährmann mit 1.90m Länge für den Bergbau zu groß war, wurde er Maurer. Schon nach zweieinhalb Jahren bestand er die Gesellenprüfung. Weitere zwei Jahre arbeitete er als Maurer. In einem Abendgymnasium holte er während dieser Zeit die Qualifikation zum Studium nach. Das Gruppenleben der Jugendbewegung hatte in ihm den Wunsch geweckt, Lehrer zu werden. Er studierte in Oberhausen und Münster. Hier entfaltete sich auch sein Wunsch zu schreiben. Ab 1953 hatte er als Lehrer, Rektor und Schulrat stets Kontakt zu Kindern und Jugendlichen.

Ab 1956 erschienen seine ersten Bücher. 1962 kam dann die erste nationale und internationale Beachtung mit dem Buch "Das Jahr der Wölfe" im Arena-Verlag. Es ist in vielen Auflagen bis heute erfolgreich geblieben und begründete seinen Ruf als "einen der besten deutschen Jugendliteraten". Es folgten  so bekannte Titel wie "Es geschah im Nachbarhaus", "Der lange Weg des Lukas B.", "Zeit zu hassen, Zeit zu lieben", "Kristina, vergiss nicht", "Der Mann im Feuer", "Unter der Asche die Glut", "Sie weckten das Morgenrot" "Die Stunde der Lerche" und "So weit die Wolken ziehen". Fährmann erhielt wichtige Literaturpreise im In- und Ausland. Seine Bücher sind in viele Sprachen übersetzt.

Neben den Romanen schrieb Fährmann stets Kinderbücher, wobei "Der überaus starke Willibald" heute zu den bekanntesten Schullektüren gehört. Auch Sagen und Legenden wendete er schon früh seine Aufmerksamkeit zu.

Er hat sich nie in eine Schublade einordnen lassen und sich den Zeitströmungen nicht angepasst. Immer jedoch formulierte er den Anspruch, dass Literatur, die Kindern oder Jugendlichen lesenswert erscheint, auch den erwachsenen Geschichtenliebhabern literarische Erlebnisse vermitteln kann, wenn sie der Poesie verpflichtet ist.

Menschenschicksale sind sein großes Thema. Schwarz-weiß-Zeichnungen wird man in seinen Texten nicht finden. Es gibt kein Freund-Feind-Schema, sondern eine differenzierte Schilderung von Personen und Handlungen. Das macht seine Bücher glaubwürdig und hat sie bis heute überdauern lassen.

Willi Fährmann ist verheiratet, hat mit seiner Frau Elisabeth drei Kinder und lebt seit 1963 in Xanten am Niederrhein. Sein 80. Geburtstag war ihm Anlass, ein Erinnerungsmosaik an seine Zeit und ein langes Leben aufzuschreiben. "Das Glück ist nicht vorbei gegangen" ist eine amüsante Erinnerung für ältere Leser und ein Buch, dass jüngere über die Lebensumstände ihrer Großeltern zum Staunen bringt.